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                          Tangerine Dream (Teil II)
                               (Februar 1997)
              Das Interview führten Uwe Zelt und Astrid Grahe
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Nachdem wir schon am 23.09.97 zum 30-jährigen Bestehen der Synthesizer
Pioniere Tangerine Dream gratuliert haben,möchten wir Euch den 2. Teil
unseres Interviews, welches wir noch im Vorfeld der Deutschland-Tour geführt
haben, nicht weiter vorenthalten.

     In Ihrem Jubiläumsjahr präsentiert sich TD so produktiv wie noch nie.
     Auf der erst im April beendeten Europatournee (siehe 
Konzertbericht
)
spielten sie die Live CD "Tournado" ein. Neben der bereits erschienenen CD
"Oasis" sowie dem Videoalbum "The Dream Mixes" sind noch weitere Projekte
geplant. Angekündigt wurden jetzt schon "Dream Mixes 2" und eine Reihe von
älteren Soundtracks davon u.a. "The Keep". Diese Soundtracks werden -nach
einer digitalen Nachbearbeitung der alten Bänder- erstmalig auf CD
erhältlich sein. Außerdem geht TD Ende Oktober auf eine 7-tägige
Englandtour. Tangerine Dream,das sind seit 1991 Edgar und Jerome Froese.
Nach diversen Neu-und Umbesetzungen werden die beiden auf der Bühne von
Gitarrist Zlatko Perica und Schlagzeuger Emil Hachfeld unterstützt.

Viele mittlerweile etablierte Musiker wirkten an über 50 Studio-,Live- und
Soundtrackalben bei Tangerine Dream mit. Darunter z.B. Christoph Franke,Paul
Haslinger,Peter Baumann oder Johannes Schmoelling -um nur einige zu nennen-.
Synthi-Guru Klaus Schulze spielte sogar -hierbei allerdings noch als
Schlagzeuger- zusammen mit TD-Gründer Edgar Froese und Konrad Schnitzler die
allererste TD-LP "Electronic Meditation" ein. Das war im Jahre 1969. Edgar
Froeses Tangerine Dream entwickelte sich von einer Undergroundband in den
späten Sechzigern,zu einer reinen Synthesizerformation,in den Siebzigern und
Achtzigern,bis zu der heutigen instrumentalen Rockband. Dieser Trend ist
nicht zuletzt auch auf die Einflüsse des 26-jährigen Jerome Froese
zurückzuführen. Mit seinem Sohn verfolgt Edgar Froese nun bewußt einen
aggressiveren und zugleich schnelleren Musikstil,um sich von der nie
gewollten New Age Sparte zu lösen. Bei keiner anderen Band der Welt klaften
Meinungen und Kritiken so weit auseinander. Das reichte von
"grottenschlecht" bis "himmelhochjauchzend". Allerdings haben einige Leute
auch heute noch nicht verstanden,daß die Zeiten,wo TD 1975 mit sphärischen
Flächen und ausladenden Sequenzern vor einem fast vollständig bekifften
Publikum spielte,längst vorbei sind. Bei TD änderte sich im Laufe der Zeit
nicht nur die Musikrichtung,sondern auch das Publikum. Sicherlich ist nicht
jedes TD Album,das Gelbe vom Ei gewesen. Froese tadelte sich ja auch schon
mal selbst, als er zu der '78 LP "Cyclone" anmerkte: "Das war wohl ein
Mißgriff in die Wundertüte aller Möglichkeiten, von dem ich mich heute
distanziere!".

Doch bei welchen Bands, die schon über so einen langen Zeitraum existieren,
waren alle Produktionen zu jeder Zeit und für jeden Geschmack gleich gut ?
Im Laufe der Zeit hat sich Edgar Froese seinen Tangerine Dream verwirklicht:
Er hat etwas eigenes geschaffen. Neben dem eigenen Stil und dem Bandnamen,
nun auch das eigene Plattenlabel "TDI-Music".

Da wir nicht zur der '68er Generation gehören, haben wir in unserem Gespräch
die Historie der Band -trotz dieses Anlasses- etwas außen vor gelassen, weil
wir der Meinung sind, daß jahrzehntelange Eindrücke nicht in einem einzigen
Interview erläutert werden können. So haben wir uns in diesem Teil ein wenig
mehr mit der Person Edgar Froese beschäftigt. Wir denken, es vermittelt auch
einiges von dem Geist, der die Gruppe trägt und was Edgar Froese mit seiner
Musik erreichen möchte.

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30-Jahre Tangerine Dream - Im Gespräch mit Edgar Froese

Edgar, mit Tangerine Dream bist Du schon dreißig Jahre im Musikbusineß. Was
wärst Du denn gerne geworden, wenn Du keine Musikgruppe gegründet hättest?

Edgar Froese: Ich wäre gerne Kameramann geworden, weil für mich immer zwei
künstlerische Ausdrucksmittel interessant waren, mit denen ich die Welt auf
den Kopf stellen konnte. Aber jetzt nicht im Sinne einer Massenrevolution,
sondern im Sinne einer ganz stillen Revolution, die zuersteinmal bei sich
selbst anfängt und sich dann eventuell auch auf andere übertragen kann. Mit
auf den Kopf stellen meinte ich, bewußt anders an Dinge heranzugehen und aus
einer anderen Perspektive zu sehen. Da war für mich die Musik eine gute
Basis. Und das Visualisieren auf eine ungewöhnliche Art und Weise wäre eine
andere Schiene geworden. Ich habe auch mal 4 1/2 Jahre Malerei und
Bildhauerei studiert, wo ich gemerkt habe, daß das meine Grenze war. Damit
hätte ich das nicht gekonnt. Aber mit der Kamera renne ich schon seit 22
Jahren herum. Das ist so eine Passion von mir, die ich aber nicht
kommerzialisieren muß. Das ist einfach nur mein Spaß.

Also ist die Filmerei, neben der Musik, für Dich eine Ausdrucksform Deiner
Sichtweise?

E.F.:Ja, es wäre eine. Es ist aber jetzt nicht so, daß ich als Regisseur
einen ganzen Set verwalten möchte, ein Drehbuch in Ordnung halte oder
sequentielle Abläufe professionell organisiere. Auch nicht die tiefe Sicht
cineastischen Könnens. So weit geht das gar nicht, sondern es geht einfach
nur darum, einen kurzen Ausschnitt dieser Welt auf eine ungewöhnliche Weise
festzuhalten. Das kann man meiner Meinung mit Musik ganz gut, aber auch mit
einer Kamera.

Welche positiven und negativen Eindrücke haben Dich denn in Deiner Zeit als
Musiker beeinflußt?

E.F.: Also das kann man jetzt sozialkritisch sehen, das kann man auch
kleinkrämerisch, philosophisch oder auch spirituell sehen. Ich meine, wie
wir das auch immer versucht haben darzustellen: Nichts, was man erlebt,
hinterläßt keine Spuren. Von daher findet permanent bei jedem
Zusammentreffen mit Menschen oder jedem Erlebnis, das man täglich macht,
eine Beeinflussung statt. Ich denke, man kann jetzt nicht sagen positive
oder negative Eindrücke. Was für den einen positive Impressionen sind, weil
er nur da etwas lernt, sind für den anderen völlig negative und er würde es
keinem anderen empfehlen dies zu tun. Daher müssen meiner Meinung nach
sowohl positive als auch negative Eindrücke auf eine Situation treffen. Also
auf einen Menschen der bis ans Ende seiner Tage lernfähig bleibt. Das ist
ganz wichtig. Ich glaube, das schlimmste was einem Menschen passieren kann
ist, wenn er schon in jungen Jahren kristallisiert. Das heißt, daß er zu
macht und meint, daß alles was Ihm seine Eltern, seine Lehrer oder die
Umwelt gelehrt haben, die ganze Wahrheit ist. Wenn er das glaubt, ist er
eigentlich schon tot, auch wenn er erst 20 ist. Man muß permanent alles in
Frage stellen und immer wieder lernen, nach neuen Dingen suchen und
versuchen, daß was sich einem bietet aus einer anderen Ecke zu sehen.

Ist das auch der Motor der Dich bei Deiner Musik antreibt ? Entspringen
daraus Deine Inspirationen?

E.F.: Ja, ich versuche -zugegebenermaßen je älter man wird ,desto schwerer
wird das- auch heute noch immer wieder in die Zeit zwischen 5 und 8 Jahren
zurückzukehren. Wenn man sich daran erinnert, dann ist das eine ganz
fantastische Zeit, weil alles was in so einem Erdenleben neu ist, nimmt nun
Gestalt an. Da kommen auf einmal diese Fragen, warum z.B. ist ein Apfel rund
oder die Sonne rot. Es sind eben diese einfachen Dinge. Und dieses Fragen
und Antworten suchen, darf meiner Meinung nach nie aufhören, weil sonst der
Mensch zu einem versteinerten Objekt wird. Er lebt dann nicht mehr. Er lebt
nur noch in seinen Konventionen.

Du verwendest oft, wie schon erwähnt, Sprüche und Lebensweisheiten auf
Deinen Covers und hast auch schon mal eine Kurzgeschichte, "The Coachman
Tales", für "Turn of the Tides" verfaßt. Woher kommt dieser Hang zum
Philosophischen und möchtest Du vielleicht auch mal Deine Geschichten
veröffentlichen?

E.F.:Ich habe ja mal nebenbei einige Jahre Philosophie studiert, aber das
hat damit eigentlich weniger zu tun, weil das was man in Hochschulen und
Akademien so mitbekommt, ist sicher nicht das Entscheidende. Das hängt
einfach damit zusammen, daß ich mir in meinem Leben immer wieder einige
Fragen gestellt habe und ich denke, daß sich diese Fragen alle Menschen
irgendwo stellen. Auch wenn sie sich es nicht zugeben oder weil sie denken
es ist peinlich. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der mir die Frage
beantworten kann: "Wer bist Du eigentlich ? "Dann sagt der:" Fritze Müller
!" "Ja, und wer ist Fritze Müller ?" "Ja ich!" "Ja und wer bist Du ? "
Verstehst Du ? So geht das los. Das ist eine ganz einfache Frage auf die
keiner eine Antwort geben kann. Das meine ich mit einfachen philosophischen
Dingen, daß man nie etwas so nehmen soll, wie es sich darstellt. Ein Buch
möchte ich nicht veröffentlichen -so nebenbei bemerkt-. Das interessiert
mich nicht.

Dann möchtest Du mit Deiner Musik und etwas Humor zum Nachdenken anregen?

E.F.:Ja, ich bin auch gern ironisch, und mir liegen auch in der
Schriftstellerei, die Leute, die wirklich was Entscheidendes und Großes
ablassen. Wenn sie dann etwas interessantes in die Welt pusten, kurz mit dem
Auge zwinkern, sich umdrehen und sagen: Nichts für ungut !

In diese ironische Richtung ging doch dann auch z.B. die "Tyranny of Beauty"
CD. Dazu hattest Du doch auch eine kleine Story verfaßt?

E.F.:Na klar, das war reine Ironie auf Lagerfeld. Diese Geschichte kam aber
erst nach der CD. Das war so eine Idee, die keiner kapiert hat. Die "Tyranny
of Beauty" war eine totale Glosse über den Catwalk und die ganze
Modellgeschichte. Wir haben sogar auf eine Einladung hin auf einer
Modenschau in Los Angeles gespielt. Die einzige Gala, die wir je gegeben
haben. (lacht)! Wir haben unter dem Tisch gelegen vor Lachen und haben z.B.
Linda im Brautkleid mit Saxophon über den Laufsteg geschickt. Das war eine
total abgedrehte Sache. Die Veranstalter haben eine irre Kohle ausgegeben
nur um uns für eine Modenschau spielen zu lassen.

Wie lange habt Ihr dort gespielt? Eine Stunde?

E.F:Ach was! Dreißig Minuten! Für dreißig Minuten sind wir mit vollem
Equipment nach L.A. geflogen und haben dort performed. Diese Aktion haben
wir gemacht, um auch mal den Widersinn dieser Thematik darzustellen und zwar
die Absurdität an allem Vergänglichen. Ich denke, daß eine Claudia Schiffer
in 10 Jahren noch nicht einmal einen Portiersposten bekommt. Das hat aber
nichts damit zu tun, daß sie menschlich völlig O.K. sein kann. Das ist eben
der Lauf der Dinge. Und das man nicht immer so ein Riesentheater machen muß,
nur weil jemand mit zwei hübschen Ohren auf die Welt kommt. Als Coveridee
hatten wir ja ursprünglich eine Barbiepuppe geplant, doch das hat man uns
aus rechtlichen Gründen gleich aus dem Computer genommen.

Daher habt Ihr dann ein ägyptisches Covermotiv als Hinweis verwendet?

E.F.:Das hat aber auch kaum jemand kapiert. Es gibt z.B. auf fast allen TD
Covers sogenannte Pictogramme -das sind symbolische Hinweise auf irgend
etwas-, es gibt im Textverweis Sachen, die man herausfinden kann, es gibt
Zahlenkombinationen oder Numerologie. TD Platten sind voll davon. Manche
Leute kommen dann mal und sagen: "Ich habe da was entdeckt !" Aber wir
müssen dazusagen, immer in einer positiven Weise. Positiv insofern, als das
sie auf eine spielerische Weise zum Nachdenken anregen sollen. Wir wollen
nie jemanden damit beeinflussen. Da sind auch keine versteckten Botschaften
enthalten oder dieses ganze Magiczeugs. Damit haben wir nichts zu tun. Nur
manchmal kommt nicht so viel Response.

Du hast in diesem langen Zeitraum mit vielen Musikern zusammengearbeitet.
Was hast Du von ihnen gelernt und wie kommt Ihr heute miteinander aus?

E.F.:Nun, wir lernen grundsätzlich voneinander. Ich hoffe, die haben auch
genauso viel von mir gelernt, wie ich auch von ihnen. Es ist ja in so einer
Gruppe ein ständiges Geben und Nehmen. Von daher ist das neutral. Wo man
natürlich aufpassen muß, wenn Mitglieder die Gruppe verlassen. Das läuft bei
uns immer nach einem bestimmten Modus ab. Wir sagen von vornherein: O.K.
Leute, daß hier ist jetzt nicht Lifetime. Das ist eine Möglichkeit für eine
kürzere oder längere Zeit mit uns zu arbeiten. Irgendwann kommt aber dieser
Bittersweet Moment, wenn man dann sagt: Dieser Zyklus ist abgeschlossen. Es
tut uns sehr leid, aber er ist jetzt wirklich zu Ende. Wir bieten den Leuten
dann auch jede Art von Hilfe an, - ob wir ihnen einen Plattenvertrag
besorgen oder dabei helfen in der Industrie weiterzukommen- wenn sie das
wollen. Was uns allerdings überhaupt nicht gefällt, -und das ist leider
einige Male passiert- wenn man mit dem Namen TD weiterarbeitet und der
Ex-TD-Schriftzug größer als der eigene Name auf dem Plattencover erscheint.
Dann sagen wir immer wieder: Es wird Euch nichts bringen! Entweder Ihr baut
mit Eurer eigenen Individualität etwas auf, oder Ihr habt ewig das Problem
an diesem Korpus TD dranzuhängen. Ihr müßt Euch davon lösen und wir bitten
auch jeden darum: Laßt uns bitte in Ruhe!
Auch wenn unsere Arbeit beendet ist, möchten wir auch über diesen Zeitraum
hinaus eine gute Partnerschaft haben. Auf jeder anderen Ebene laßt uns
reden. Aber bitte jetzt nicht dieses Verquicken miteinander!

Aber die Chemie untereinander -auch nach Beendigung der
Gruppenzugehörigkeit- ist doch gar nicht so schlecht. Paul Haslinger bedankt
sich z.B. in seiner CD bei Euch oder von Johannes Schmoelling wollt Ihr auf
Eurem Label eine CD veröffentlichen. Es gab kaum irgendwelche schlechten
Äußerungen voneinander. Das gibt es bei Bands ,die schon so lange
existieren, sehr selten.

E.F.:Es gab natürlich auch Bemerkungen, die mich schon verletzt haben z.B.
vom Christoph Franke, mit dem ich am längsten gearbeitet habe. Wenn er aus
einem geschäftlichen Motiv heraus behauptet, -da er in L.A. lebt, kann man
sich seinen Reim darauf machen- in der Zeit in der wir zusammengearbeitet
haben, hätte ich die Geschäfte und er die Musik gemacht. Das trifft schon,
weil A entspricht das nicht der Wahrheit -das können dutzende Leute
bezeugen- und B es auch ein schlechter Stil ist miteinander umzugehen. Das
sind dann Dinge, wo ich denke, hier hätte man auch etwas intelligenter und
feinfühliger mit der Materie umgehen können.

Aber Ihr könnt doch bestimmt noch die berühmte Tasse Kaffee miteinander
trinken ?

E.F.:Die berühmte Tasse Kaffee ist sicher drin, aber z.B. beim Christoph
reicht es zum Kuchen dann glaube ich nicht mehr.

Aber der Christoph ist im Soundtrackbereich kein Unbekannter mehr. Er
braucht sich nicht mehr "Ex-TD" draufzuschreiben. Liegt das u.a. nicht auch
an den Plattenfirmen?

E.F.:Na ja, aber die Leute sind doch auch nicht dumm. Er sagt z.B. in einem
Interview, daß ich in der Zeitschrift "Keys" gelesen habe, auf die Frage,
wieviel er pro Tag komponieren kann: "Na, früher waren es drei Minuten und
heute sind es 6 Minuten." So ungefähr stand das da drin. Nun frage ich mich,
wenn jemand 6 Minuten am Tag komponiert, wie man dann innerhalb von ein paar
Monaten 4-5 TV-Serien gleichzeitig mit seinen Kompositionen bestücken kann.
O.K, mehr möchte ich dazu nicht sagen. Und der gleiche Christoph Franke
wirft mir aber vor, zuviel Arbeit herangeholt zu haben und er unter dem
Streß nicht mehr arbeiten konnte. Das sind Fakten, die nachweisbar sind.
Also ich erzähle hier jetzt keinen Unfug und will Ihm auch nicht an den
Wagen fahren. Ich möchte mich aber auch ein wenig dagegen verwahren, als
etwas bezeichnet zu werden, was ich nie war. Ich habe die Arbeit
herangeholt, weil er kein Geld hatte, wenn man es dann genau wissen will.
Aus keinem anderen Grund !

Ich denke, die nächste Frage paßt dann auch gut zum Schluß. Ursprünglich
sollte doch das Projekt Tangerine Dream nach zwei Jahrzehnten beendet
werden. Wie war das eigentlich mit dem "20-Jahre-Projekt"?

E.F.:Das "20-Jahre-Projekt" war voll geplant. Es sollte im Jahre 1990 -also
TD von 1970 bis 1990- unter ganz bestimmten Voraussetzungen beendet werden.

Die sind doch, aufgrund dessen, daß Du nur noch mit Deinem Sohn Jerome und
wechselnden Gastmusikern zusammenarbeitest, eigentlich eingetreten, oder?

E.F.:Aber nur teilweise. Es sollte noch auf eine ganz andere Ebene geshiftet
werden. Nur da hat mir ein anderer Kollege, mit dem ich noch gerechnet
hatte, im wahrsten Sinne des Wortes einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Und das war der Paul, mit dem ich eigentlich noch was ganz anderes vor
hatte. Doch bei Ihm spielten einige sehr persönliche Dinge eine Rolle, die
jetzt sicher nicht so in die Öffentlichkeit gehören. Er hatte privat einige
Probleme, und ich glaube seine Entscheidung nach Amerika zu gehen war sicher
O.K. Nur für mich kam der Zeitpunkt, wo ich noch mal alles überdenken mußte.
Das Projekt habe ich dann um 10 Jahre verlängert. Jetzt sieht es eben so
aus, daß ich die nächsten 3 Jahre noch voll machen muß. Fand ich so toll
auch wieder nicht, weil ich mich eigentlich auch mit anderen Sachen
beschäftigen wollte. Aber nun gut, so ist das eben.

Edgar, vielen Dank für das interessante Gespräch.

(AG/UZ)
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